ENTTÄUSCHUNG UND LANGE GESICHTER

VfR Bad Lobenstein - SV Schott Jena II  1:1  (1:0)


Nach der mageren Vorstellung des Samstags gegen den Vorletzten Schott Jena II entfernen sich die Koseltaler immer weiter von den selbst gesetzten Hoffnungen, die sie nach dem tollen Fußball, den sie im Sommer spielten, doch haben durften. So ist die gute Frühform mittlerweile der alltäglichen Maloche gewichen. Gewarnt war der VfR, denn das 3 : 3 der Schottianer gegen Saalfeld war kein Zufallsprodukt. Und so trat die Mannschaft von Thomas Hurt auch nicht ängstlich und tief stehend im Koseltal an, sondern suchte ihr Heil im frühen Pressen und den einen oder anderen Nadelstich. Der VfR tat den Gästen den Gefallen, denn leichte Ballverluste oder unkontrollierte Abspiele unterbanden somit auch eigene Ambitionen. Zwar erreichten die Koseltalern bis zum Pausenpfiff die 1:0 Führung durch Kevin Hammerschmidt (36.),
doch war das mehr Krampf als schön anzuschauen.
 
Mit Wiederanpfiff wurde es aber dramatisch. Der bei Jena eingewechselte Fawaz Sharkan lief einem Zuspiel hinterher, den Richie Steinbach aufnahm und sicher hatte. Sharkan trat jedoch noch nach und
traf Steinbach am Fuß. Dies veranlasste den VfR-Schlußmann zu einem lauten Wort, für das man im Bußgeldkatalog für Verkehrvergehen schon einmal 1.500 Euro zahlt. Schiedsrichter Martin Mühlberg (Erfurt)
bediente sich seines roten Kartons und schickte Steinbach zum Duschen (46.). Nun war bei den Koseltalern guter Rat teuer, denn ein zweiter Torhüter saß nicht auf der Wechselbank. Tim Gössinger erbarmte sich schließlich, erstmals die Torhüter-Handschuhe anzuziehen und seine Premiere zwischen den Pfosten zu absolvieren.
 
Dafür wurde nun das Spiel von Minute zu Minute spannnender. Ein ständiges Auf-und Ab zwischen den Strafräumen mit Chancen auf beiden Seiten erlebten die 145 Zuschauer. Lautstarker Applaus für jede
Rettungstat von Gössinger, Haare-Raufen bei den liegen gelassenen Chancen der Heimelf wechselten sich ständig ab. Und dennoch hätte der VfR nie in Bedrängnis kommen müssen, wäre einer dieser unzähligen Konter verwertet worden. Allein sieben solcher Riesen verspielte die Mannschaft nach der Pause oder wurden eine Beute von Maximilian Zeller im Schott-Tor. Dieses ehemalige Prunkstück des VfR sticht nicht mehr, weil sie nicht mit Zug zum Tor konzequent zu Ende gespielt werden und sich immer wieder ein Abwehrspieler findet, der noch Zeit zum Klären hat. So war es eigentlich nur folgerichtig, dass Maximilian Klose aus abseitsverdächtiger Position (82.) den verdienten Ausgleich erzielte, welcher die Koseltaler enttäuscht und mit langen Gesichtern zurück ließ.
 


 
Tim Gössinger (rechts), hier im Zweikampf mit Jenas Hoang Dau Viet, schlüpfte nach dem Platzverweis
ins Torwart-Trikot beim VfR Bad Lobenstein. Doch Unterzahl hätten die Koseltaler dieses Spiel gewinnen müssen.

 


 
Einzig Kevin Hammerschmidt (Bildmitte) konnte für die Koseltaler am Samstag treffen. Doch sein
4. Punktspieltor war dann doch zu wenig, um die erhoffenten 3 Punkte im Koseltal zu behalten.


 
Text / Foto :
bsn
Bernd Schneider

   
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